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Gründermythen
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11 Gründer-Mythen auf dem Prüfstand

Gründer – das sind verschrobene Nerds, die in Vorstadt-Garagen die Zukunft der Menschheit planen. Gründer – das sind schnöselige Elite-Studenten, die von Papa riesige Kapitalspritzen gesetzt bekommen, noch bevor sie wissen, wie man Geschäftsidee buchstabiert. Gründer – arbeiten rund um die Uhr, fahren ihr Unternehmen an die Wand und stehen am Ende ohne Freunde da. Solche mythischen Vorstellungen rund um Gründer spuken tatsächlich in vielen Köpfen herum. Zeit für eine unromantische Analyse: Was ist dran an den 11 gängigsten Gründer-Klischees?

1. Gründer sind Genies, brechen ihr Studium ab und verschwenden keine Zeit mit grauer Theorie

Schließ nicht von Bill Gates, Mark Zuckerberg und Steve Jobs auf alle anderen! Es stimmt, die drei sind schillernde Beispiele für abtrünnige Studenten mit fantastischem Erfolg als Unternehmer. Dennoch: In der Gründerszene bleiben Studienabbrecher die Ausnahme. Der Deutsche Startup Monitor 2014 belegt, dass mehr als 80 Prozent der Startup-Gründer hierzulande ganz brav die Uni abschließen, bevor sie erste Schritte in der Gründerszene wagen. Studienbrecher finden sich zwar ebenfalls unter den deutschen Gründern, sie sind mit 8,6 Prozent jedoch deutlich in der Minderheit.

2. Wer keine Ahnung von Technik hat, wird als Gründer nicht erfolgreich

Bist du in Gedanken immer noch bei Gates, Zuckerberg und Co? Aktuelle Zahlen belegen, dass die meisten Gründer weder Informatik noch Mathematik studiert haben. 35 Prozent der deutschen Gründer haben einen Abschluss in BWL oder VWL in der Schublade. Erst danach folgen mit 17,5 Prozent auf Rang zwei Absolventen aus dem Bereich Informatik, Computer Science und Mathematik (laut Deutsche Startup Monitor 2014).

3. Gründer sind machthungrige, geldgeile und skrupellose Monster

Sehr unwahrscheinlich, dass eine grundsätzliche Verteufelung aller Gründercharaktere sich als adäquat herausstellen könnte. Denken wir alleine an Konzepte wie das des Social Startups, gerät das Bild des verantwortungslosen Raffzahns schnell ins Wanken. Zudem quälen über 60 Prozent der Gründer die Angst vor dem Scheitern und die Befürchtung, von der Gesellschaft verurteilt zu werden (so der Deutsche Startup Monitor 2014) – das zeichnet auch nicht gerade das Bild eines skrupellosen Soziopathen. Auf der anderen Seite können jedoch einige Charakterzüge, die gemeinhin eher negativ empfunden werden, im Gründungsprozess durchaus hilfreich sein, sagen Forscher. Narzissten kann hier beispielsweise ihre überzogene Anspruchshaltung durchaus zugutekommen.

4. Die perfekte Geschäftsidee trifft Gründer wie der Schlag 

Wer wartet, bis ihn die Muse küsst, wird in der Regel alt und grau, ehe er eine brauchbare Geschäftsidee zustande bringt. Denn gute Ideen fliegen einem nicht einfach unter der Dusche zu, sondern müssen sukzessive entwickelt werden. Ein Video der Universität St. Gallen veranschaulicht, dass es bei der Startup-Gründung weit mehr auf persönliche Fähigkeiten als auf eine vermeintlich sensationelle Geschäftsidee ankommt. Überhaupt ist es ein Trugschluss, anzunehmen, die meisten Gründungen würden Realität, weil jemand eine Idee hat, die zu schön ist, um sie links liegen zu lassen. Laut Mannheimer Gründungspanel aus dem Frühjahr 2015 wird lediglich in 30 Prozent der Fälle gegründet, um eine konkrete Geschäftsidee zu verwirklichen. Daneben gibt es eben auch sogenannte Notgründungen, die umgesetzt werden, weil ansonsten schlicht kein anderer Job zu bekommen ist. Wieder andere gründen, um ihr Einkommen zu verbessern oder um keinem Chef mehr verpflichtet zu sein. Die Idee ist dabei gar nicht so wichtig.

 5. Innovationen entstehen in der Garage

Jawohl, einige berühmte Erfolgsgeschichten haben in einer Garage begonnen. Mittlerweile wagen sich die meisten Gründer bei der Standortsuche jedoch mehr als zehn Schritte vor die eigene Haustür. Der Boom von Coworking Spaces und Startup Hubs in Gründer-Metropolen wie Berlin, Paris, London oder Tel Aviv wäre sonst wohl ausgeblieben.

6. Kein Platz für alte Säcke – Gründer sind jung und knackig

Kommt drauf an, was man unter jung versteht. Je nach Studie variiert das Durchschnittsalter. Jünger als 30 ist der Durchschnittsgründer jedoch nie (31 Jahre laut einem Artikel der Wirtschaftswoche, 34,9 Jahre laut Startup Monitor)

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7. Adios, Schlaf! Adios, Freizeit! Ab der Gründung wir rund um die Uhr gearbeitet

Dass die Gründung eines Startups viel Zeit in Anspruch nimmt, ist unbestritten. Und natürlich gibt es Phasen, in denen der Zeitaufwand extrem hoch ist und alles andere zurückstehen muss. Erfahrene Gründer raten jedoch davon ab, eine 80-Stunden-Woche zur Norm zu machen. Michelle Lee, Mitgründer und CEO von Textizen, hasst den 80-Stunden-Mythos von allen Klischees am meisten: That might be true when you are 20 and inexperienced, but the reality is that if you work those many hours, you’ll either lose your hair, have a heart attack or get a divorce. Exercise, playtime and socialization are all important to maximize your brain power and imagination. Im Klartext: Macht mal locker, das ist gesünder!

8. Freunde, Familie, Partnerschaft – die Beziehungen von Gründern gehen alle zu Bruch

Ob dieser Gründermythos bittere Realität wird, hängt wohl zu großen Teilen davon ab, wie man es mit dem vorangegangenen Mythos – den Arbeitszeiten und Prioritäten – hält.

9. Ohne Chef leben Gründer in absoluter Freiheit 

In der Theorie, ja, da ist Ihnen als Gründer niemand weisungsbefugt. Absolute Freiheit herrscht deswegen noch lange nicht. Denn auch Kunden haben Ansprüche, erwarten, dass du verfügbar bist, und legen Wert darauf, dass du dich an Absprachen hältst. Ein Leben ohne Deadlines winkt Gründern beileibe nicht. Und spätestens, wenn du Mitarbeiter einstellst, erhöht sich die Verantwortung des Gründers noch einmal gewaltig. Frei wird dadurch niemand.

10. Die Straße zum eigenen Unternehmen ist gepflastert mit Gold

Wer gründet, wird reich. Klingt toll. Und spielt bei vielen Gründungen auch tatsächlich eine Rolle. Lässt sich aber leider so pauschal nicht halten. Im Durchschnitt bekommen Startup-Gründer ein Bruttogehalt von 2.519 Euro. Dieses variiert aber natürlich je nach Gründungsphase. Der KfW-Gründungsmonitor 2014 bescheinigt jedoch, dass die Mehrheit der Gründer (84 Prozent) genauso viel oder mehr verdient, als es vorher der Fall war. Nur jeder sechste verdient nach der Gründung weniger als vorher.

 11. Gründung – der Weg zur Glückseligkeit

Die Vorstellung, dass Gründer grundsätzlich glücklicher sind als Angestellte, ist Quatsch. Ob das Gründer-Dasein wirklich zufriedenstellt, ist letzten Endes Typsache. Entscheidend ist beispielsweise, wie gut Sie mit Rückschlägen umgehen können. Nimmt ein Gründer sich jeden Fehltritt zu Herzen und alle Misserfolge persönlich, wird er nicht lange Spaß an seinem Job haben. Dann kann die Gründung auch schnell zum persönlichen Albtraum werden.

Alles Quatsch? Du hast ein ganz anderes Bild vom Gründer an sich? Wir freuen uns auf deine Kommentare!

Beitragsbild: dragana991

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