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Firmenwagen und Arbeitsweg: Regelungen für Selbstständige
Thomas Kemp comment 0 Kommentare visibility 1,8K Views access_time 3 Min. Lesezeit

Ein Firmenwagen dient gern als Statussymbol für Führungskräfte in großen Unternehmen. Ein dienstlich genutztes Fahrzeug ist aber auch schlichtweg ein wichtiges Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu fahren, Geschäftstermine wahrzunehmen und Kunden zu besuchen. Das gilt für Firmenangestellte genauso wie für Existenzgründer und Jungunternehmer. Die gute Nachricht: Selbstständige können einen Dienstwagen und den Arbeitsweg nach bestimmten Vorgaben steuerlich absetzen.

Das Finanzamt geht bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern fast automatisch davon aus, dass ein Geschäftsauto auch privat genutzt wird. Die entscheidende Frage ist aber, zu welchem Anteil genau eine private bzw. rein berufliche Nutzung vorliegt. Hiernach richtet sich, ob ein Wagen dem Privat- oder Betriebsvermögen zugeordnet und dementsprechend bei der Steuer geltend gemacht wird.

Firmenwagen: Privat- oder Betriebsvermögen

  • Die Zuordnung, ob es sich um ein privates oder betriebliches Kraftfahrzeug handelt, geschieht anhand folgender Kriterien:
  • Wenn ein Auto nur 10 % betrieblich genutzt wird, gehört es steuerlich betrachtet zum Privatvermögen.
  • Bei einer dienstlichen Nutzung zwischen 10 % und 50 % kann der Unternehmer entscheiden, ob das Fahrzeug zum Privat- oder Betriebsvermögen gezählt werden soll.

Wird ein Fahrzeug zu 50 % oder mehr für berufliche Zwecke genutzt, so gehört es zwingend zum Geschäftsvermögen.

Fahrtkostenpauschale beim privaten Fahrzeug

Zählt das genutzte Auto zum Privatvermögen, kann der Selbstständige für dienstliche Fahrten einen pauschalen Ansatz von 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer geltend machen. In der Pauschale sind sämtliche Kosten abgegolten, wie z. B.  Versicherungen, Reparaturen oder die Aufwendungen zur Autofinanzierung.

Wichtig: Die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind mit 0,30 Euro je Entfernungskilometer zu berücksichtigen – als einfache Strecke.

Zwei Nachweismethoden beim betrieblichen Fahrzeug

Wird der genutzte Wagen dem Betriebsvermögen zugeordnet, hat der Unternehmer die Wahl zwischen zwei steuerlichen Nachweisen:

Möglichkeit 1

  • Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch muss für das Finanzamt als Nachweis zeitnah und in geschlossener Form geführt werden. Darin enthalten:
  • Amtliches Kennzeichen
  • Datum der Dienstfahrt inklusive Kilometerstand am Anfang und am Ende der Fahrt
  • Reisezweck, d. h. Angaben zur besuchten Person oder Firma
  • Reiseziel mit Straßennamen und Ort
  • Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb sind gesondert zu kennzeichnen
  • Bei Privatfahrten reicht die Angabe der Kilometerleistung

Zu beachten: Die handschriftlichen Eintragungen im Fahrtenbuch müssen für einen Dritten lesbar sein.

Möglichkeit 2

Die Kostennachweismethode versteuert den betrieblichen Dienstwagen nach der sogenannten 1-Prozent-Methode. Hierbei erfolgt eine monatliche Versteuerung in Höhe von einem Prozent des Kfz-Bruttolistenpreises. Dabei gilt der inländische Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Fahrzeugerstzulassung.

Beispiel: Ein Auto, das 30.000 Euro kostet, wird im Monat mit 300 Euro als geldwerter Vorteil angerechnet. Dieser 1-Prozent-Wert erhöht monatlich als Privatentnahme den Gewinn des Unternehmens.

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Beitragsbild: RossHelen

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