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Geschenke steuerlich absetzen? Die 35-Euro-Freigrenze für Unternehmer
Thomas Kemp comment 2 Kommentare visibility 1,7K Views access_time 3 Min. Lesezeit

Kleine Geschenke erhalten nicht nur die Freundschaft, kleine Aufmerksamkeiten pflegen auch Geschäftsbeziehungen. Viele Unternehmer und Selbstständige machen Kunden, Lieferanten oder anderen wichtigen Businesskontakten gern mal eine Freude, indem sie sich mit einem Präsent für die gute Zusammenarbeit bedanken. Was die Abzugsfähigkeit von Geschenken betrifft, gibt es ein paar steuerliche Dinge zu beachten.

Nicht nur zu Weihnachten werden im Berufsleben Geschenke an Geschäftspartner oder Mitarbeiter verteilt. Auch unterjährig gibt es immer wieder Anlässe, bei denen ein Firmenchef seine Wertschätzung mit einem Präsentkorb, einer Flasche Wein, mit Pralinen oder einem Gutschein zum Ausdruck bringt. Grundsätzlich gilt hierbei: Solche Aufmerksamkeiten sind bei der Steuer als Betriebsausgabe nur dann abzugsfähig, wenn es sich

  1. um eine betrieblich veranlasste Aufwendung handelt und wenn
  2. der Geschenkwert den Netto-Höchstbetrag von 35 Euro pro Person, pro Wirtschaftsjahr nicht überschreitet. Ist Letzteres der Fall, geht die Abzugsfähigkeit vollständig verloren.

Die 35-Euro-Freigrenze im Überblick

  • Bei den genannten 35 Euro handelt es sich um eine Freigrenze, bei der weitere Aspekte zu berücksichtigen sind:
  • Aufwendungen für Geschenke an Dritte sind in der Finanzbuchhaltung gesondert aufzuzeichnen. Am besten werden die Kosten auf ein separates Konto verbucht.
  • Beim Buchungsbeleg muss der einzelne Empfänger zwingend aufgeführt werden. Bei größeren Geschenkeverteilern macht es durchaus Sinn, eine zusätzliche Liste anzulegen, mit Namen der Beschenkten und dem jeweiligen Betrag.
  • Handelt es sich um niedrigpreisige Streuartikel, wie z. B. Kugelschreiber, USB-Sticks oder Schlüsselanhänger, reicht eine Sammelbuchung aus.
  • Geschenke über 10 Euro gelten als Einnahme bzw. geldwerter Vorteil und müssen seitens der Empfänger versteuert werden. In der Praxis übernimmt allerdings häufig der Schenkende die sogenannte Pauschalversteuerung und setzt 30 Prozent an. Der Beschenkte muss sich dann um nichts mehr kümmern.
  • Verpackungs- und Versandkosten sind Extrakosten und werden bei der Summe der Aufwendungen nicht dazugerechnet.
  • Keine Regel ohne Ausnahme: Wenn der Empfänger das Geschenk nur für den eigenen Beruf und nicht privat nutzen kann, darf die Freigrenze von 35 Euro überschritten werden. Beispiel: Ein Unternehmer schenkt einem Arzt einen Arztkoffer, oder einem IT-Kunden ein spezielles Softwareprogramm für die Arbeit.
  • Und: Es gibt Sonderfälle, wie etwa das Verschenken von Blumen bei einer Beerdigung oder auch die Preisauslieferung bei einem Gewinnspiel. In diesen Fällen handelt es sich um Aufwendungen, die immer abzugsfähig sind.

Geschenke für eigene Mitarbeiter

Beschenkt ein Arbeitgeber seine eigenen Mitarbeiter, zählen die Geschenke immer zu Betriebsausgaben, auch über die 35-Euro-Grenze hinaus. Zu beachten ist hierbei aber ein anderer Betrag: Sachgeschenke für Arbeitnehmer, beispielsweise bei Geburtstagsanlässen, sind nur steuer- und beitragsfrei bis zu einem Wert von 60 Euro.

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Beitragsbild: Khosrork

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