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Geschäftskonto für Selbstständige
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Deine Finanzen immer im Blick: Geschäftskonto für Selbstständige

Im Privatleben stellt sich kaum einer die Frage nach der Notwenigkeit eines Girokontos. Ohne geht es schließlich nicht, denn wohin sollte sonst das Gehalt überwiesen oder wovon die Miete abgebucht werden? In der Geschäftswelt sind sich manche Gründer hingegen unsicher, ob die Eröffnung eines Firmenkontos wirklich nötig ist oder ob das bisher privat genutzte Konto nicht ausreicht.

Um die Antwort direkt vorwegzunehmen: Es ist für Selbstständige absolut sinnvoll, ein Geschäftskonto zu führen. Für einige gegründete Rechtsformen ist es sogar unumgänglich. Kapitalgesellschaften wie die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder die UG (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt) sind rechtlich verpflichtet und müssen bereits im Gründungsprozess ihr erforderliches Stammkapital auf einem Firmenkonto hinterlegen.

Doch auch Personengesellschaften und Einzelunternehmer wie Freiberufler oder Gewerbetreibende profitieren davon, wenn sie ihren beruflichen Zahlungsverkehr über ein Geschäftskonto laufen lassen.

Die Vorteile eines Geschäftskontos

In der Selbstständigkeit verschwimmen gern mal die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben, zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Bei den Finanzen sollte aber immer ganz genau Klarheit darüber herrschen, was privat und was geschäftlich ist.

Was für ein Geschäftskonto spricht:

  • Du hast deine Finanzen viel besser im Blick und weißt zu jeder Zeit, wie der aktuelle Finanzstatus deines Unternehmens aussieht.
  • Deine Buchhaltung geht leichter von der Hand, weil du alle betrieblichen Einnahmen und Ausgaben an einem Ort gebündelt hast. Zahlungsvorgänge und Belege lassen sich schnell zuordnen. Übrigens: sämtliche Zahlungsnachweise müssen 10 Jahre lang aufbewahrt werden.
  • Dein Steuerberater und das Finanzamt werden bei der Steuererklärung – dank der Übersichtlichkeit eines Geschäftskontos – wohl auch weniger Nachfragen haben. Das spart Zeit und Nerven bei allen Beteiligten. Andersherum betrachtet bleibt außerdem dein privates Girokonto vor Einblicken des Fiskus geschützt.
  • Du läufst nicht Gefahr, von deiner Bank abgemahnt zu werden. In den meisten Fällen steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass unternehmerische Bezahlvorgänge auf einem Privatkonto nicht vorgenommen werden sollten. Vor allem wenn diese im Vergleich zu privaten Kontobewegungen Überhand nehmen, kann es problematisch werden.

Welche Bank kommt in Frage: Filial-, Direktbank oder Fintech?

Es ist eine Geschmacksfrage, welche Art von Bank für welchen Unternehmertyp am geeignetsten ist. Wer Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner und Beratungsgespräche vor Ort legt, ist sicherlich bei einer Filialbank, wie z.B. Postbank, Deutsche Bank oder auch Sparkasse, gut aufgehoben. Wer ohnehin fast alles online erledigt und auch im Business digital denkt und arbeitet, kann auch bei einer Direktbank im Internet, wie beispielsweise ING-DiBa, comdirect oder GLS Bank, ein Konto eröffnen. Diese sind meist von den Gebühren her deutlich günstiger, weil sie keine Standorte inklusive hoher Personalkosten betreiben müssen. Als dritte Option sind auch Fintech-Startups wie etwa N26 oder Holvi zu nennen. Mit benutzerfreundlichen Banking-Apps sind sie für Gründer und Jungunternehmer attraktiv, die ihr kostengünstiges Geschäftskonto gern auf dem Smartphone im Blick haben.

Ein gründlicher Vergleich lohnt sich

Grundsätzlich unterscheidet sich ein privates Girokonto von einem Firmenkonto durch die anfallenden Gebühren. Selbstständige müssen bei einem Geschäftskonto in jedem Fall mit höheren Kosten rechnen. Deshalb ist ein Bankenvergleich unbedingt ratsam. Manche Banken locken Geschäftskunden mit kostenloser Kontoführung, dafür lassen sie sich aber andere Leistungen teuer bezahlen. Im Jahr kann das schnell einen Unterschied von mehreren hundert Euro machen, die man für das Bankkonto dann mehr ausgeben muss.

Die Kontogebühren im Überblick:

  • Die monatliche Grundgebühr bzw. Kontoführungsgebühr. Diese kann z.B. bei  größerem Guthaben oder Umsatz niedriger ausfallen, oder je nach Bank sogar ganz entfallen.
  • Es können Transaktionengebühren berechnet werden für Buchungen und Überweisungen online, mit Belegen oder per Lastschrift.
  • Kartengebühren für die EC- und Kreditkarte sind ebenfalls üblich.
  • Bargeldabhebungen am Geldautomaten können mit Gebühren versehen werden. Apropos Geldautomat: Bei der Bankenauswahl solltest du auch auf die Verfügbarkeit und Verteilung von Geldautomaten achten.
  • Die Zusendung der Kontoauszüge kostet meist auch etwas.

Wie Du ein Firmenkonto eröffnest

Es gibt zwei Wege, ein Konto zu eröffnen: vor Ort in der Bankfiliale oder online. Bei Letzterem wird für die Online-Identifikation eine Videoübertragung am Computer oder auf dem Smartphone benötigt, damit Profilfotos gemacht werden können und der Personalausweis verifiziert wird. Oder es greift die Methode des Post-Ident-Verfahrens. Die Geschäftskontoeröffnung kann dann online nicht finalisiert werden. Hierfür ist der einmalige Gang in eine Postfiliale nötig, um die eigene Identität am Schalter zu belegen.

Je nach Bank und Unternehmensform können für die Eröffnung eines Firmenkontos neben dem Personalausweis z.B. folgende Dokumente verlangt werden:

  • Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung
  • Einkommensnachweise
  • Schufa-Auskunft
  • Handelsregistereintrag
  • Gesellschaftsvertrag

Gegebenenfalls macht es übrigens Sinn, sogenannte Unterkonten oder direkt mehrere Businesskonten zu eröffnen, etwa für steuerliche Rücklagen oder sonstige finanzielle Reserven, die nur im Notfall angetastet werden sollen.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Sobald du ein Geschäftskonto hast, kannst du dir jeden Monat ein „Gehalt“ auf dein Privatkonto überweisen. So werden betriebliche Kosten und private Ausgaben klar voneinander getrennt und du kannst ganz leicht feststellen, was du eigentlich zum Leben abseits vom Business brauchst.

Beitragsbild: wuthanfoto