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selbstständig als Coach
Allgemein Planen & Gründen

Selbstständig als Coach: Ein Beruf für motivierte Gründer mit Durchhaltevermögen

Fitnesstrainer, Konfliktmanager, Ernährungsberater, Lifestyle-Mentoren …. Die Liste der beratenden Dienstleistungen für Beruf und Alltag ist lang. Wer sich als Coach selbstständig machen möchte, sollte sich gut vorbereiten und im Vorfeld die eigenen  Erfolgsaussichten gründlich analysieren.

Es gibt keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg und auch die Berufsbezeichnung „Coach“ ist nicht geschützt. Das birgt Vor- und Nachteile zugleich. Zum einen kann jeder zum Coaching-Experten werden, sogar noch zu einem späteren Zeitpunkt in der beruflichen Laufbahn.  Zum anderen ist es für jeden Selbstständigen in diesem Bereich eine große Herausforderung, sich auf dem Markt von anderen Coaches professionell zu unterscheiden und erfolgreich Kunden zu gewinnen.

Eigenschaften eines guten Coaches

Endlich sein eigener Chef zu sein, ist ein berechtigter Wunsch vieler Selbstständiger. Es sollte aber nicht der einzige Beweggrund sein, um den Weg als Coach einzuschlagen. Existenzgründer profitieren ungemein davon, wenn sie gewisse fachliche Vorkenntnisse mitbringen und zu hundert Prozent hinter den Inhalten stehen, die sie den Kunden und Klienten beratend anbieten möchten. Sprich: Wer noch nie wirklich Sport gemacht hat, dürfte als Fitnesscoach eher ungeeignet sein. Wer sich in unternehmerisch-wirtschaftlichen Strukturen überhaupt nicht auskennt, sollte besser davon absehen, sich auf ein Karriere-Coaching zu spezialisieren.

Ein guter Coach sollte zudem folgende persönliche Eigenschaften mitbringen:

  • eine hohe soziale Kompetenz für den täglichen Umgang und die Zusammenarbeit mit Menschen
  • gute kommunikative Fähigkeiten für das inhaltliche, verständliche Vermitteln
  • großes Interesse an Persönlichkeitsentwicklung, denn darum geht es beim Coaching
  • einen hohen Grad an Motivation, Selbstdisziplin und Eigenverantwortlichkeit, da die meisten Coaches allein selbstständig tätig sind
  • ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen, weil es gut ein, zwei oder sogar drei Jahre dauern kann, bis man sich auf dem Markt etabliert hat – gegebenenfalls sollte aus diesem Grund das Coaching auch erst einmal nur nebenberuflich ausprobiert werden, um noch über einen Hauptjob finanziell abgesichert zu sein

Formelle Schritte ins Coaching-Dasein

Das Finanzamt schaut sich die jeweilige Tätigkeit genau an, um die es sich handelt. Viele Coaches arbeiten als Freiberufler, manche müssen allerdings als Dienstleister ein Gewerbe anmelden und sich für eine Rechtsform entscheiden.

Die Klärung des steuerlichen und rechtlichen Status ist die formelle Voraussetzung. Was die eigentliche berufliche Eignung angeht, sollten ein paar weitere Aspekte berücksichtigt werden:

  • Offizielle Coaching-Verbände, die Seminare und Aus- bzw. Weiterbildungskurse zum Coach anbieten, achten darauf, dass ein Mindestalter von 25 Jahren und mindestens 5 Jahre Berufserfahrung vorhanden sind. Auf diesem Wege wird eine gewisse Expertise und Vorerfahrung sichergestellt.
  • Wie oben bereits erwähnt, gibt es keinen offiziellen Berufsweg zum Coach. Eine teure Ausbildung garantiert keineswegs den späteren beruflichen Erfolg. Es ist aber durchaus ratsam, selber mal ein Coaching durchlaufen bzw. gelernt zu haben, wie man z.B.  Workshops leitet oder Entwicklungsprozesse definiert und aufbaut.
  • Im Übrigen lohnt sich ein gründlicher Vergleich bei den rund 20 Coaching-Verbänden hierzulande. Die Kosten für die Bildungsangebote können zwischen 300 und 10.000 Euro liegen, die Dauer dieser Ausbildung variieren zwischen ein paar Wochenenden und zwei Jahren.
  • Grundsätzlich sollte in der Vorbereitung außerdem ein Businessplan erstellt werden, inklusive Marktanalyse, Zielgruppendefinition und detaillierter Angebotsbeschreibung.

Je spezialisierter als Coach, desto besser

Potenzielle Kunden sind meist auf der Suche nach einer bestimmten Art des Coachings. Kaum jemand hat Bedarf an einer nur allgemeinen Berufs- oder Lebensberatung. Es geht um spezifische Bedürfnisse wie etwa Burnoutprävention bei Führungskräften in klein- und mittelständischen Unternehmen, Change Management bei neuen Abteilungs- und Teamstrukturen im Konzern, oder auch die Work-Life-Balance bei berufstätigen Müttern im Alter „Ü40“.

Solch eine Art der Spezialisierung bietet aus zwei Perspektiven einen Pluspunkt: der Coach hat ein sehr klares Bild davon, wer seine Zielgruppe ist und kann dadurch fokussierter die Kundenakquise angehen. Und der Kunde wiederum wird überzeugt durch ein glaubhaftes Angebotspaket.

Jeder zukünftige Coach ist also gut beraten, seinen Wunschkunden –  seinen „Kundenavatar“ – zu skizzieren und sein Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich Leistungen und Service im Detail auszuformulieren. Diese Informationen sollten übrigens auch auf der eigenen Webseite zu finden sein.

Und apropos Webseite: Neben dem Networking bei Branchenevents und beruflichen Veranstaltungen ist eine professionelle Webpräsenz der entscheidende Erfolgsfaktor auf dem Coaching-Markt. Suchmaschinenoptimierung, besondere Podcast- oder Blogangebote und E-Mail-Marketing sind hilfreiche Tools, um Kunden auf sich aufmerksam zu machen und langfristig an sich zu binden.

Beitragsbild: Deagreez