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Selbstständigkeit mit Franchising
Allgemein Planen & Gründen

Selbstständig mit Franchising – Wissenswertes für Gründer

Als Gründer muss man das Rad nicht immer gleich neu erfinden. Wenn der Wunsch nach Selbstständigkeit groß, aber keine eigene Geschäftsidee vorhanden ist, können zukünftige Unternehmer sich einfach ein bereits existierendes Businesskonzept zu eigen machen – nämlich als Franchisenehmer.

Neben der Existenzgründung mit einer eigenen Firma oder der Übernahme eines bestehenden Geschäfts ist das Franchising der dritte Weg in die Selbstständigkeit. Genau wie bei den beiden erstgenannten Optionen sollten sich Gründer gut vorbereiten und informieren, bevor es mit dem Unternehmertum losgeht.

Wie funktioniert Franchising?

Beim Franchising gibt es zwei beteiligte Seiten: den Franchisegeber – sprich: das schon vorhandene Business – und den Franchisenehmer, also den Gründer. Der Gründer erwirbt Lizenzen und Nutzungsrechte vom Franchisegeber, um dessen Produkte oder Dienstleistungen unter dem entsprechenden Markennamen verkaufen zu können. Die damit einhergehenden Rechte und Pflichten zwischen beiden Parteien werden in einem Vertrag festgehalten.

In Deutschland gibt es rund 1.000 Franchisesysteme in den unterschiedlichsten Branchen. Angehende Entrepreneure haben die Qual der Wahl, ob sie beispielsweise mit einem Restaurant oder Café, einem Fitnessstudio oder einer Fahrschule, einem Baumarkt oder Blumenladen in die Selbstständigkeit gehen möchten.

Berufliche Vorerfahrungen und das eigene Interesse dürften den Ausschlag darüber geben, welcher Franchisegeber in Frage kommt. Wer in der Vergangenheit z.B. schon mal länger in der Gastronomie gearbeitet hat und die Abläufe eines Restaurants kennt, wird sich sicherlich eher für ein Franchise in diesem Bereich entscheiden und keinen Beautysalon eröffnen.

Welche Rechtsform kommt als Franchisenehmer in Frage?

Sowohl der Franchisegeber als auch der Franchisenehmer agieren rechtlich als selbstständige, eigenverantwortliche Unternehmen. Das bedeutet, dass ein Gründer sich Gedanken über die eigene Rechtsform machen muss.

Grundsätzlich kann ein Franchisenehmer aus den folgenden Rechtsformen wählen:

Welche Rechtsform am besten passt, hängt von mehreren Kriterien ab: Wird alleine gegründet oder mit anderen Partnern bzw. Gesellschaftern, wie hoch ist das Eigenkapital, in welcher Form soll gehaftet werden, um welche Branche handelt es sich? Hier gibt es eine kleine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung.

Zur Info: Die Art der Rechtsform kann zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder  geändert werden. Die meisten Franchisegründer entscheiden sich anfangs übrigens für die GmbH.

Wie sehen die Vor- und Nachteile im Franchise aus?

Bevor ein Gründer einen Franchisevertrag unterschreibt, sollten alle wichtigen Aspekte zum Thema Franchising berücksichtigt werden. Anders als bei einer Neugründung oder Firmenübernahme muss sich der Selbstständige nämlich darüber im Klaren sein, dass es sich hierbei um eine Art „abhängiger“ Selbstständigkeit handelt. Ein Franchisenehmer hat nicht so viele unternehmerische Freiheiten wie etwa jemand, der seinen eigenen handwerklichen Betrieb auf die Beine stellt. Andererseits haben bestehende Unternehmensvorgaben auch einige Vorzüge.

Die Vorteile

  • Durch die Marken- und Logonutzung eines etablierten Unternehmens profitiert der Franchisenehmer von einem hohen Wiedererkennungswert auf dem Markt.
  • Der Gründer hat Zugriff auf die Netzwerke des Franchisegebers, die Lieferanten, logistische Wege etc. Er muss nicht bei null anfangen.
  • Es gibt Unterstützung bei betrieblichen Abläufen, es wird bei der Personalauswahl geholfen und auch Schulungen und Weiterbildungen werden angeboten.
  • Die Verdienstmöglichkeiten sind gut und das Risiko, dass die Geschäftsidee bei den Kunden nicht ankommt, ist gering. Schließlich hat sich das Unternehmen – meist bundesweit – vorher schon bewährt.

Die Nachteile

  • Der Grad der Selbstständigkeit ist gering, da der Franchisenehmer vertraglich an den Franchisegeber gebunden ist. Dieser gibt z.B. das Interieur des Ladengeschäfts vor, bestimmt die Verkaufspreise, und er achtet auf die Einhaltung unternehmensseitiger Standards hinsichtlich Produkt oder Dienstleistung.
  • Auf den Gründer kommen direkt zu Beginn hohe Startkosten zu. Für den Erwerb der Lizenzen und für die sogenannte Investitionssumme wird ein Betrag im vier- bis sechsstelligen Bereich fällig. Hierfür sollten ca. 20 bis 30 Prozent an Eigenkapital vorhanden sein. Die restliche Finanzierung läuft dann über Darlehen, Kredite oder Gründerzuschüsse.
  • Darüber hinaus müssen fortlaufend Franchisegebühren in Form einer prozentualen Nettoumsatzbeteiligung gezahlt werden.  Diese kann bis zu 15 Prozent betragen.
  • Als Franchisenehmer ist man auch immer vom Ruf des Franchiseunternehmens abhängig. Wenn beispielsweise eine Fast-Food-Kette Negativschlagzeilen macht, bleiben die Kunden in der eigenen Burgerfiliale schnell weg.

Beim Vergleich dieser Pro- und Kontraliste ist vor allem ein Punkt noch besonders wichtig: Es muss sich um ein seriöses Franchisesystem handeln. Einige Franchisegeber sind nämlich nur auf das große Geld und eine schnelle Expansion aus. Die Verträge werden dementsprechend aufgesetzt und der Franchisenehmer, der das wirtschaftliche Risiko trägt, hat später das große Nachsehen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, hilft ein Blick auf die Seiten des Deutschen Franchiseverbands. Existenzgründer erhalten hier wertvolle Informationen zu den geprüften Franchisesystemen.

Beitragsbild: stanciuc