GO AHEAD verwendet Cookies. Wenn Sie diese Seite weiter nutzen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung laut unserer Datenschutzerklärung zu.
× Rechtsformen Über GO AHEAD Gründerblog Kontakt
Online shop erstellen
Allgemein Planen & Gründen

Einen eigenen Onlineshop erstellen: Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten

Du möchtest einen eigenen Onlineshop eröffnen? Du stehst aber noch ganz am Anfang mit deinen Gründerplänen und dir schwirren tausend Fragen im Kopf herum? Prima, dann solltest du unbedingt weiterlesen. Wir haben für dich nämlich einen Fragenkatalog zusammengestellt und geben darin Antworten auf die 20 wichtigsten Punkte zum Thema Onlineshop.

Bevor du mit deinem E-Commerce-Business loslegst, solltest du sicherstellen, dass du gut vorbereitet bist. Denn bedenke: du bist nicht der erste und einzige Verkäufer, der über das Internet seine Ware vertreiben möchte. Viele Händler und Ladenbesitzer haben bereits die Vorteile erkannt, die ein Onlinegeschäft mit sich bringt: Der Webshop ist ortsungebunden und von überall auf der Welt erreichbar – und das rund um die Uhr ohne feste Öffnungszeiten. Den Kunden freut’s!

1. Bin ich geeignet als Gründer eines Onlineshops?

Es gibt keine strikten Vorgaben, was du an fachlichen Kenntnissen oder Vorerfahrungen für einen Onlineshop mitbringen solltest. Du kannst 15 oder 50 Jahre alt sein, einen kaufmännischen oder künstlerischen Background haben. Das alles ist zunächst einmal zweitrangig. Viel wichtiger ist es, dir darüber im Klaren zu sein, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf dich zukommen, wenn du einen Shop online erstellen möchtest. Von heut auf morgen wirst du zum Händler, Vertriebler, Logistiker, Buchhalter, Kundenberater und vieles mehr. Natürlich kannst du dir Hilfe holen und musst nicht in allem ein ausgewiesener Experte sein. Aber du solltest vor der Vielfältigkeit der To-dos nicht zurückschrecken und dich in der Onlinewelt bereits einigermaßen zuhause fühlen. Sei dir gegenüber ehrlich und beantworte dir selber die Frage, ob du dich den ganzen Aufgabenfeldern gewachsen fühlst. Lautet die Antwort ja, leg los!

2. Was lässt sich online gut verkaufen?

Gefühlt gibt es nichts, was es nicht schon online zu kaufen gibt: gebrauchte Autos, neue Waschmaschinen, maßgeschneiderte Hundemäntel oder fiktive Grundstücke auf dem Mond. Fest steht, dass dein Vorhaben auf jeden Fall gut sein muss, um im Web nicht unterzugehen.

Mit äußerst viel Glück hast du eine Geschäftsidee, die auf dem Markt so noch gar nicht existiert. Dann startest du ohne Konkurrenz ins Business, kannst als Platzhirsch die Preise bestimmen und wirst genauso erfolgreich wie ein Jeff Bezos oder die Zalando-Gründer.

Realistisch betrachtet besetzt du mit deiner Idee vermutlich aber eher eine Nische, die du entdeckt hast. Oder du machst etwas „so ähnlich wie“, nur anders. Das kann beispielsweise ein Onlineshop für hochwertiges Fahrradzubehör oder individualisierte Yogamatten sein. Schau genau hin, wie erfolgsversprechend dein Konzept ist und ob es sich bei deiner Idee nicht nur um einen kurzlebigen Trend sondern um ein zukunftsfähiges Modell handelt – und das möglichst ohne viele Wettbewerber.

3. Onlineverkauf über Amazon, eBay & Co – lohnt sich das?

Ja, aus mehreren Gründen: Zum einen sind etablierte Verkaufsplattformen ein ideales Testgelände für dich. Sie sind bereits bekannt, d.h. der Onlinekunde vertraut den Internetreisen, besucht die entsprechenden Webseiten und kauft tatsächlich auch dort ein. Hiervon profitierst du, wenn dich noch keiner kennt und du keinerlei E-Commerce-Erfahrung hast. Du kannst den Warenverkauf ohne großes Risiko ausprobieren und wirst sehen, wie viele Bestellungen du in welchem Zeitraum erhältst, wie der zeitnahe Versand funktioniert, wie sich die Kundenkommunikation gestaltet. Viele Gründer starten das Onlinebusiness auf diese Weise zunächst nebenberuflich, bevor sie den Sprung in die hundertprozentige Selbstständigkeit und den eigenen Onlineshop wagen.

Zum anderen hast du z.B. bei Amazon keine hohen Anlaufkosten. Während du mehrere tausend Euro in die Erstellung eines Webshops investieren musst, nimmt der amerikanische Versandhandelmarktführer lediglich eine monatliche Shopgebühr von aktuell 39 Euro, zuzüglich einer kleinen Verkaufsgebühr pro verkauftem Artikel. Es lohnt sich also.

4. Brauche ich einen Businessplan für meinen Onlineshop?

Hier lautet die Antwort: unbedingt! Egal, womit du dich selbstständig machst, jeder Gründer sollte einen Businessplan haben. Du brauchst ihn nicht nur zur Vorlage bei der Bank, um einen Kredit zu beantragen. Er dient dir vielmehr als Grundlage für all deine unternehmerischen Handlungen. Halte in diesem wichtigen Dokument fest, was genau deine Geschäftsidee ist, wie deine Zielgruppe aussieht, was der Wettbewerb macht und wie es um die Finanzierung bestellt ist. Hier erfährst du, wie du den Businessplan am besten verfasst. Er ist deine persönliche Orientierungshilfe für den Aufbau deines Onlineshops.

5. Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Bevor du einen Onlineshop erstellst, musst Du beim Gewerbeamt einen Gewerbeschein beantragen. Dieses informiert wiederum automatisch das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und die Kammer darüber, dass du fortan ein Gewerbe betreibst. Vorsichtshalber kannst du gern nochmal nachfragen, ob die Info jeweils angekommen ist, sicher ist sicher.

Solltest Du Lebensmittel online verkaufen, benötigst du außerdem noch ein Gesundheitszeugnis. Dieses erhältst du beim Gesundheitsamt. Beachte: Erst drei Monate nach Bescheinigungserhalt darfst du mit dem Lebensmittelverkauf starten. Also rechtzeitig erledigen!

Handelt es sich bei deiner Ware um gebrauchte Artikel, wie z.B. Antiquitäten, musst du dich zusätzlich auch noch um ein polizeiliches Führungszeugnis kümmern, das es bei der Stadt bzw. Gemeindeverwaltung gibt.

6. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Pauschal lässt sich leider nicht sagen, welche Kosten genau auf dich zukommen und wie hoch dein Startkapital beim Eröffnen eines Onlineshops am besten sein sollte. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle: Entscheidest du dich für eine kleine Variante, die nicht so komplex ist, wirst du logischerweise weniger ausgeben als für eine große Shopversion. Machst du alles selber oder holst du dir eine Agentur zum Programmieren oder einen Gründungsberater zur Hilfe? Reicht dein Wohnzimmer oder die Garage als Stauraum oder benötigst du eine Lagerfläche für deine Waren? Das alles fließt in die Berechnung mit ein.

Während du bei einem einfachen Onlineshop grob überschlagen mit ca. 4.000 bis 5.000 Euro rechnen kannst, musst du bei der großen Variante mit professioneller Software mit deutlich mehr Ausgaben rechnen: individuelle Shopfunktionen, aufwendiges Design und Beratungsleistungen können schnell 30.000 Euro kosten – nach oben gibt es übrigens keine Grenzen.

Wenn deine Ersparnisse und Rücklagen hierfür nicht ausreichen, kannst du versuchen an Fördermittel heranzukommen, wie z.B. Gründungszuschüsse oder auch Bankkredite. Mehr Infos dazu findest du in diesem Artikel.

Bei deinen Finanzierungsplänen solltest du auf alle Fälle einen großen Puffer einkalkulieren. Gerade zu Beginn tauchen nicht nur unerwartete Kostenblöcke auf, auch sind deine Einnahmen mit dem Onlineshop noch ungewiss. Mit Sicherheit hast du auf der anderen Seite aber viele laufende Kosten: Serverkosten für deine Domain, Lager- und Verpackungskosten, Transportkosten und vieles mehr.

7. Kann ich meine Webseite mit einem Baukastensystem erstellen?

Webseitenanbieter, die damit werben, ohne IT-Kenntnisse eine eigene Homepage nach dem Baukastenprinzip zusammenzustellen, haben oftmals auch Onlineshopvorlagen in der Angebotspalette. Diese äußerst kostengünstige Variante scheint für viele Gründer erst einmal ein guter Einstieg ins Onlinegeschäft zu sein. Doch eins gibt es zu bedenken: solch einfache Lösungen können schnell auch weniger hochwertig aussehen. Der Kunde, der deine Seite besucht, könnte sich davon abschrecken lassen.

Halte dir vor Augen, dass deine Homepage wie das Schaufenster eines Ladengeschäfts ist: interessierte Kunden bekommen einen ersten Eindruck. Wenn dieser stimmt, gehen sie in den Shop rein, stöbern durchs Sortiment und kaufen gern etwas ein. Daher solltest du nicht am falschen Ende sparen und in ein individuelles Design und ein ansprechendes Layout investieren. Eine klare Struktur und einfache Navigation auf deiner Website sollten selbstverständlich sein. Denn ist dein Onlineshop nicht nutzerfreundlich, springen die potenziellen Käufer ab und verlassen mit einem Klick deine Seite.

Je professioneller du dein Webbusiness betreiben möchtest, desto schneller wirst du wohl bei einem Berater oder einer Agentur landen, die dich beim Erstellen deines Shops unterstützen. Sie wissen worauf es ankommt und können dir Hilfe anbieten, u.a.

  • beim programmiertechnischen Aufsetzen des Onlinegeschäfts, mit den entsprechenden Funktionen und dem richtigen „Look & Feel“ (sprich: Usability bzw. leichte Benutzerführung)
  • bei der Optimierung der mobilen Shopansicht, die übrigens für Suchmaschinen wie Google besonders relevant in punkto Auffindbarkeit und Ranking ist
  • bei dem Erstellen von regelmäßigen Backups, der Datensicherung und beim Schutz vor möglichen Hackerangriffen.

8. Welche Rechtsform ist die passende für meinen Onlineshop?

Die am häufigsten gewählte Rechtsform für den Onlinehandel hierzulande ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Durch sie wird dein persönliches Haftungsrisiko minimiert, da die Gesellschaft mit ihrem Vermögen haftet und nicht du als Privatperson. Allerdings wird für die GmbH ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro benötigt, was sich nicht jeder Gründer leisten kann.

Alternativ bietet sich vor allem das Einzelunternehmen als Rechtsform an. Hierbei haftet der Shopbetreiber zwar mit seinem Privatvermögen. Aber dafür sind die Kosten und der Aufwand im Gründungsprozess sehr gering.

Mehr Einzelheiten zu den unterschiedlichen Rechtsformen findest du hier.

9. Welche rechtlichen Themen muss ich im E-Commerce beachten?

Auch wenn es für dich spannendere und weniger trockene Themen gibt – als Gründer eines Onlineshops solltest du dich genauestens über Rechtliches informieren.

Um zukünftige Abmahnungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine Rechtsberatung aufzusuchen, die die folgenden Punkte unter die Lupe nimmt und für dich klärt:

  • die Impressumspflicht
  • den Datenschutz
  • die Allgemeinen Geschäftsbedingungen
  • das 14-tägige Widerrufsrecht
  • die Onlineschlichtung

Der Vorteil eines beauftragten Rechtsanwalts? Wenn es später einmal doch zu Abmahnungen kommen sollte, haftet die Kanzlei für eventuelle Fehler und nicht du mit deinem Onlineshop.

10. Wie sieht die Buchführung aus?

Ein ebenfalls wichtiges und unumgängliches Thema ist die Buchführung. Als Onlineshopbetreiber hast du zwei Möglichkeiten:

  • die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
  • die kaufmännische doppelte Buchführung

Bei der simpleren EÜR musst die lediglich eine Liste mit deinen Einnahmen und Ausgaben führen. Darin enthalten sind auch die laufenden Personal- und Betriebskosten. Allerdings kannst du diese Buchführung nur wählen, wenn dein Jahresumsatz nicht größer als 600.000 Euro ist und dein Jahresgewinn höchstens 60.000 Euro beträgt.

Solltest du über den genannten Zahlen liegen, bist du zu einer doppelten Buchführung verpflichtet. Kaufmänner und -frauen sind ebenfalls an diese aufwendigere Form der Buchhaltung gebunden.

Weitere Infos zur Buchführung findest Du in diesem Beitrag.

11. Wie sehen die ersten Schritte beim Eröffnen eines Onlineshops konkret aus?

Wenn du einen Onlineshop erstellen möchtest, wartet viel Arbeit auf dich. Bereits im Vorfeld zur eigentlichen Live-Schaltung deiner Verkaufsdomain gibt es alle Hände voll zu tun. Und am besten erledigst du alle Schritte zeitnah hintereinander:

  • Überleg dir einen geeigneten Namen für deinen Onlineshop und sichere dir die dazu passende Domain. Die Internetadresse sollte leicht einprägsam sein und zur Ware passen, die Du verkaufst.
  • Vergleiche die Preise und Tarife für deine technische Infrastruktur. Wer bietet das beste Server-Hosting an? Für welche Softwareprogramme entscheidest du dich? Welcher Internetanschluss soll es sein? Bei manchen Anbietern gibt es Gründerzuschüsse – ein detaillierter Vergleich lohnt sich!
  • Analysiere den Markt und deine Konkurrenz ganz genau. Wie sieht die Preisentwicklung aus, mit welcher Gewinnmarge kannst du rechnen? Wer ist deine Zielgruppe und über welche Kanäle erreichst du sie?
  • Mach dir Gedanken zur Größe deines zukünftigen Warenbestands und ob du hierfür eine geeignete Lagermöglichkeit hast. Reichen für den Anfang ein paar zusätzliche Regale im Keller aus oder benötigst du direkt eine externe Räumlichkeit, in der du alles unterbekommst? Wie sieht es außerdem mit Verpackungsmaterial und Barcode-Scannern aus? Um die logistischen Aspekte solltest du dich rechtzeitig kümmern, bevor du dich in deinen eigenen vier Wänden vor lauter Produkten und Paketen nicht mehr frei bewegen kannst.
  • Nimm dir Zeit für die Artikelbeschreibung und Produktdarstellung in deinem Onlineshop. Professionelle Texte und Bilder sind das A&O, um den Kunden zum Kauf zu bewegen. Außerdem: je besser die Artikelbeschreibungen sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, in den Suchmaschinen weiter vorn gelistet zu werden.

12. Was sind häufige Fehler und wie vermeide ich diese?

Zwar lernt man bekanntermaßen aus Fehlern, aber als selbstständiger Gründer können diese einem sehr teuer zu stehen kommen. Daher sollten Fehltritte am besten von Anfang an vermieden werden.

Grundsätzlich kann man sagen, dass vor allem rechtliche Irrtümer schwerwiegend sind. Hier ein paar Beispiele:

  • Achte bei deinem Onlineshop auf ein einwandfreies Impressum. Alle Angaben müssen nach dem Telemediengesetz §5 gemacht werden.
  • Prüfe deine allgemeinen AGBs auf Vollständigkeit. Sind alle Aspekte etwa  zum Thema Haftung, Lieferbedingungen oder Rückgaberecht aufgeführt?
  • Hast du sichergestellt, dass deine Domain keine fremden Markenrechte verletzt?
  • Befindet sich der Kauf-Button in unmittelbarer Nähe zu den relevanten Bestelldetails wie Warenpreis, Lieferkosten und Gesamtpreis? Dies ist nämlich erforderlich.
  • Besitzt du alle Nutzungsrechte, z.B. für die Produktfotos oder auch die Bildmotive und Texte auf deiner Homepage?
  • Hast du eventuelle Verlinkungen auf andere Seiten überprüft?

Vor allem wenn du deinen Onlineshop allein erstellst, kannst du bei dieser langen To-do-Liste schon mal leicht den Überblick verlieren. Einige Fehler würden dir aber erst gar nicht passieren, wenn du mit einem Gründungsberater oder einer auf E-Commerce spezialisierten Agentur zusammenarbeitest.

13. Wie verwalte ich Bestell- und Kundendaten am besten?

Die gute alte Excel-Liste wird für eine Hand voll Bestellungen am Tag noch funktionieren. Sobald es mehr wird, muss aber eine andere Lösung her. Manuelle Listen sind anfällig für Fehler und schnell können beispielsweise dein Service und der Versandprozess darunter leiden.

Sogenannte Warenwirtschaftssysteme  schaffen hier Abhilfe. Mit solch einem System erhältst du einen kompletten Überblick über sämtliche Kunden- und Bestelldaten. Auch wird der aktuelle Warenbestand automatisch gepflegt und angezeigt. Es lohnt sich in jedem Fall für die Datenverwaltung in eine spezielle E-Commerce-Software zu investieren. Sie hilft dir außerdem bei der Rechnungserstellung und ebenfalls bei der Retourenabwicklung.

14. Welche Optionen gibt es in punkto Logistik und Bezahlsysteme im Onlineshop?

Zunächst zur Logistik und die Hauptfrage, wie du deinen Vertrieb und Versand organisieren möchtest. Wenn du ein eigenes Warenlager hast, laufen sämtliche Bestellungen (und Rücksendungen) über deinen Onlineshop. Anfangs schaffst du es vielleicht noch, alle bestellten Produkte selber zu verpacken und per DHL, Hermes oder UPS zu verschicken. Doch ab einer bestimmten Menge wird es einfacher, einen Vertrag mit einem Paketdienstleister abzuschließen. Oftmals beinhaltet dieser auch einen Abholservice der Pakete. Der Paketdienstleister kümmert sich zudem um die Vergabe der Sendungsnummern und erstellt die Paketscheine.

Was den Bezahlvorgang in deinem Onlineshop angeht: gestalte diesen bitte so einfach wie möglich. Komplizierte oder auch langwierige Registrierungsprozesse schrecken Kunden nur ab. Und obwohl sich vielleicht schon Artikel im Warenkorb befinden, können sie sich beim Bezahlen noch umentscheiden und deinen Shop verlassen ohne etwas gekauft zu haben.

Bei den eigentlichen Zahlungssystemen hast Du die Wahl zwischen Lastschrift, Überweisung, Kreditkarte, Paypal oder auch Klarna. Bezahlmethoden auf Rechnung, per Nachnahme oder Vorkasse sind im Übrigen eher veraltet. Vor allem wenn du eine jüngere Zielgruppe ansprichst, solltest du erstgenannte Optionen anbieten.

15. Woher bekomme ich meine Ware? Und wie funktioniert Dropshipping?

Es gibt zwei Arten von Waren, die du in deinem Onlineshop anbieten kannst:

  • Du kannst Produkte selber erwerben, bevor du sie über dein Webgeschäft an den Kunden verkaufst. Das heißt, du wendest dich bestenfalls direkt an den Produkthersteller oder Großhändler und kaufst zunächst selber Ware zum Einkaufspreis ein.
  • Du verkaufst in deinem Onlineshop Produkte, die dir selber gar nicht gehören. Wie das? Durch das sogenannte Dropshipping. Hierbei stellst du über deine Website den Kontakt zwischen Hersteller und Kunden her. Es handelt sich um ein Zwischengeschäft, bei dessen Transaktion du den Differenzbetrag von Hersteller- bzw. Großhändlerpreis und Kundenrechnungsbetrag (den du definierst) als Gewinn verbuchen kannst. Der Vorteil bei dieser Variante: Du benötigst weder Kapital, noch Lager- und Lieferlogistik. Damit hast Du nichts zu tun, weil die Ware direkt vom Originalhändler an den Endkunden verschickt wird. Dropshipping eignet sich daher bestens für E-Commerce-Anfänger ohne viel Startkapital.

16. Wie mache ich auf meinen Onlineshop aufmerksam?

Dies ist wohl eine der wichtigsten Fragen. Denn der beste Onlineshop mit den tollsten Produkten nützt nichts, wenn ihn keiner kennt. Doch wie erreichst du deine Kunden? Du wirst auf mehreren Ebenen versuchen müssen, die Aufmerksamkeit auf deine Internetadresse zu lenken und deine Shopmarke zu etablieren. Und so viel sei schon mal verraten: du brauchst Geduld!

Mit den richtigen Marketingansätzen wird es dir mit der Zeit gelingen, Kunden auf deine Seite zu locken. Um das zu erreichen, solltest du folgende Maßnahmen anwenden:

  • Befasse dich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung. Ziel sollte es sein, dass dein Onlineshop bei Google, Bing & Co. auf eine der ersten Seiten angezeigt wird. Eigne dir SEO-Kenntnisse an und sorge so für bessere Auffindbarkeit und Sichtbarkeit im Worldwide Web.
  • Nutze die Möglichkeit, Werbung zu schalten. Es muss nicht direkt die große Billboardanzeige oder der TV-Spot sein. Starte zum Beispiel mit den sogenannten Facebook oder Google Ads. Oder schalte Bannerwerbung auf anderen Webseiten.
  • Schaffe Vertrauenswürdigkeit durch Gütesiegel auf deiner Webseite, wie etwa das TÜV oder Trusted Shops Symbol. Alternativ bzw. zusätzlich kannst du auch positive Kundenanzeigen in deinem Onlineshop aufführen.
  • Sei, je nach Zielgruppe, auch in den sozialen Medien präsent. Informiere deine Kunden, kommentiere Posts, locke mit Gutscheinen oder Gewinnspielen.
  • Optimiere deine Conversion-Rate (d.h. Bestellrate) durch genaue Marktforschung bzw. Analyse deiner Zielgruppe und des Kundenverhaltens auf deiner Webseite. Welche Seiten sind besonders beliebt, wie lang ist die Verweildauer, wer kauft mit welchen Suchbegriffen was ein?
  • Versuche mit Content-Marketing deine Reichweite zu vergrößern. Wenn wir bei dem Beispiel Fahrradzubehör bleiben, könntest du in einem Blog etwa über die beliebtesten Mountainbike-Strecken in Deutschland schreiben oder über die fahrradfreundlichsten Städte Europas berichten.

17. Wie funktioniert das mit der Kundenbindung?

Nur ein zufriedener Kunde wird dein Kunde bleiben. Doch wie schaffst du es, dass aus einem erstmaligen Besteller ein treuer Dauerkunde in deinem Onlineshop wird?

Ähnlich wie beim Marketing gibt es auch hier einen ganzen Maßnahmenkatalog, den du angehen kannst. Denn die Kundenzufriedenheit setzt sich aus vielen kleinen Baustellen zusammen. Was zählt, ist ein reibungsloser Bestellvorgang, bei dem der Kunde am Ende glücklich die erhaltene Ware in den Händen hält.

Hier ein paar Dinge, auf die du achten kannst:

  • Führe in deinem Onlineshop einen Bereich mit häufig gestellten Fragen auf und gib hilfreiche Antworten in diesen FAQs. Typische Kundenfragen lauten etwa: Welche Zahlungsmethoden gibt es? Kann ich eine Bestellung stornieren? Wie lang sind die Lieferzeiten? Wie läuft eine Rücksendung ab? Wenn du diese Punkte beantwortest, fühlt sich der Kunde schon mal gut informiert.
  • Bei individuelleren Fragen kannst du einen Kundenservice via Telefon, E-Mail oder auch Live-Chat anbieten. Wichtig ist, dass du zeitnah auf die Anfragen reagierst.
  • Nimm Kundenfeedback ernst und lerne aus Fehlern und von Kritik. Denn vergiss nie: Der Kunde ist König – auch wenn du dich selber eigentlich im Recht wähnst.
  • Halte deine Zielgruppe mit informativen Newslettern auf dem Laufenden. Sei dabei aber vorsichtig, dass deine Kunden nicht das Gefühl haben, zugespamt zu werden. Weniger ist manchmal mehr.
  • Überrasche deine Kunden mit einer kreativen Verpackung oder einer individuellen Paketbeigabe. Das kommt garantiert gut an!

18. Gibt es gute Bücher zum Thema Onlineshops und E-Commerce?

Neben unseren Antworten und Ratschlägen gibt es eine Vielzahl an guter Literatur zum Thema Onlineshops und E-Commerce. Hier eine kleine Buchauswahl mit praxisnahen Hilfestellungen und Tipps für dich:

  • Praxiswissen E-Commerce: Das Handbuch für den erfolgreichen Onlineshop. Von Tobias Kollewe und Michael Keukert. Erschienen im O’Reilly Verlag (2016).
  • Handbuch Online-Shop: Strategien, Erfolgsrezepte und Lösungen für wirkungsvollen E-Commerce. Der Leitfaden für Ihren Durchbruch im Online-Handel. Von Alexander Steireif, Rouven Rieker, Markus Bückle. Erschienen im Rheinwerk Computing Verlag (2019).
  • Kaufmann und Kauffrau im E-Commerce: Das Handbuch für Ausbildung und Beruf. Von Bernd Schmitt. Erschienen im FRANZIS Verlag (2018).
  • Dropshipping von A-Z. Erfolgreich im Internet verkaufen ohne Eigenkapital. Von Michael Jäckel. Independent published (2018).

19. Welche Tipps geben erfolgreiche Shopgründer?

Wer jetzt genug gelesen hat, der freut sich sicherlich über eine Podcast-Empfehlung. Wir haben für dich ein Interview mit einem der erfolgreichsten deutschen Shopgründer  herausgesucht: Tarek Müller ist seit seinem 15. Lebensjahr im E-Commerce tätig und hat u.a. den Mode-Onlineshop ABOUT YOU gegründet. Viel Spaß beim Reinhören!

20. Habe ich an alles gedacht? Eine kleine Checkliste

Zu guter Letzt fassen wir für dich nochmals die wichtigsten Punkte zum Abhaken zusammen, bevor du mit deinem eigenen Onlineshop durchstarten kannst:

  • Du hast eine erfolgsversprechende, zukunftsfähige Geschäftsidee für einen Onlineshop.
  • Du hast erste Erfahrung mit dem Warenverkauf bei Amazon oder eBay gesammelt.
  • Du hast sorgfältig einen vollständigen Businessplan erstellt.
  • Du hast ein Gewerbe angemeldet und dich für eine Rechtsform entschieden.
  • Du verfügst über genügend finanzielle Mittel, um einen Onlineshop zu eröffnen.
  • Du weißt, wie du IT-seitig deine Webseite erstellen und aufbauen möchtest.
  • Du hast die passende Domain erworben. 
  • Du kennst deine Rechte und Pflichten als Onlineshopbetreiber.
  • Dein Warenfluss und die Logistik sind gesichert.
  • Du hast eine Vorstellung davon, wie du deine Zielgruppen erreichst und deine Kunden an dich bindest.
  • Du hast dich in allen Bereichen schlau gemacht, viel gelesen, dich ausgetauscht und beraten lassen.

Noch Fragen? Oder möchtest du dich beim Erstellen deines Onlineshops von Profis begleiten lassen? Dann kontaktiere unsere GoAhead Gründerakademie:

  • Ein Gründungsberater begleitet dich in einem Schritt-für-Schritt-Online-Kurs beim Erstellen deines Business- und Finanzplans.
  • Regelmäßig gibt es Live-Webinare, in denen du persönlich deine Fragen mit einem Gründungsberater klären kannst.
  • In 60 Tagen wirst du durch alle wichtigen Inhalte geführt. Danach hast du ein gutes Fundament, um mit deinem Business durchzustarten und selbstständig Geld zu verdienen.

Beitragsbild: William_Potter

keine Kommentare

    Kommentar schreiben