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Rund ums Logo: Das sollten Gründer bedenken
Thomas Kemp comment 0 Kommentare visibility 1,2K Views access_time 4 Min. Lesezeit

Soll ich als Gründer für mein Firmen-Logo gleich eine Agentur oder einen Designer beauftragen (und ein paar Tausend Euro hinblättern)? Soll ich lieber selbst Hand anlegen? Oder komme ich auch ohne Logo durch die Startphase? Und woher weiß ich, welches Logo zu meinem Unternehmen passt? Hier einigen Gedanken rund um das Thema Logo.

Das Logo ist für Unternehmen ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation. Es ist auf der Unternehmens-Website zu finden, auf den firmeneigenen Social-Media-Profilen, auf dem Briefpapier, den Visitenkarten, der Investoren-Präsentation, (Give-away-)Kugelschreibern oder Firmenwagen. Meist ist das Logo prominent platziert und fällt Lesern, Nutzern, Kunden, Partnern oder Bewerbern direkt ins Auge.

Dabei vermittelt das Logo eine Botschaft und hinterlässt einen Eindruck. Und ein Logo, das an ein verschnörkeltes Familienwappen erinnert, hinterlässt einen anderen Eindruck als ein Logo im minimalistischen Flat-Design, die Kombination Blau-Orange wirkt anders als ein Mintgrün. Ein gut durchdachtes und ebenso gut gemachtes Logo vermittelt aber eben die Informationen und Emotionen, die auf Ziele und Werte des Unternehmens einzahlen.

Ein Logo kann Gold wert sein

Schafft Ihr Logo es in die Köpfe und Herzen der Menschen, und verbinden die Ihr Logo mit positiven Erlebnissen und Werten, ist es immens wertvoll. Dann reicht oft das Logo alleine, um bei den Rezipienten gedanklich eine ganze idealisierte Welt voller positiver Assoziationen entstehen zu lassen. Dann bietet das Logo Orientierung in Marken- und Informationsdschungel und treibt zur Kaufentscheidung. Dann ist ein Logo Gold wert: Denken Sie an den Mercedes-Stern, den angeknabberten Apfel oder den Coca-Cola-Schriftzug.

Wäre es nicht toll, wenn Sie auch so ein Logo hätten? Das Problem: Ein Logo macht kein funktionierendes Geschäftsmodell, kein einzigartiges Produkt, keinen unschlagbaren Service. Der angeknabberte Apfel würde nur Schulterzucken hervorrufen, würde Apple nicht immer wieder Gadgets liefern, die viele Menschen verzaubern. Das Logo ist eben „nur“ die Projektionsfläche aller Erfahrungen, die Menschen mit einer Marke machen. Man kann sich die Frage stellen: Wäre Apple mit einer Birne als Logo ebenso erfolgreich gewesen? Wer weiß – klar ist jedoch, die „Performance“ Ihres Unternehmens und Ihr Logo befruchten sich bestenfalls gegenseitig.

Ein professionelles Logo ist für Gründer vor allem ein Potenzial

Damit ist ein Logo für ein junges Unternehmen vor allem eines: Eine Investition in die Zukunft. Ein Potenzial. Denn eine Marke kann man sich nicht kaufen, die muss man sich erarbeiten und behutsam entwickeln. Sie können sich in der Startphase Ihres Unternehmens auf die Fahnen schreiben, was sie wollen – erst, wenn Ihre Produkte oder Services am Markt auf echte Menschen treffen, entwickelt sich mit und mit Ihre Marke und damit auch die Strahlkraft Ihres Logos. Trotzdem weist ein Logo natürlich in eine Richtung. Wo wollen Sie hin? Was sind Ihre Ambitionen? Meinen Sie es Ernst? Was ist Ihnen wichtig? Wofür steht Ihr Unternehmen? Was macht Sie besonders? Was ist Ihre Geschichte? Ein durchdachtes und professionell gestaltetes Logo gibt eine andere Antwort auf diese Fragen als ein selbst gestaltetes, austauschbares, naives „Irgendwas“ oder der Unternehmensname in Fett, 12 Punkt, Arial.

Ist man aber als Gründer bereit, für das Potenzial, das ein gutes Logo birgt, die paar Tausend Euro in die Hand zu nehmen, die eine professionelle Logo-Entwicklung nun mal kostet? Und mit dem Logo ist es ja nicht getan. Denn bestenfalls ist das Logo eingebettet in ein ebenso professionelles Corporate Design und präsentiert sich im Rahmen einer ausgestalteten Geschäftsausstattung. Das geht schnell in die Zehntausende Euro. Welcher Gründer kann und will sich das schon leisten? Will man im Rahmen eines Work-Investments Unternehmensanteile für eine Logo-Entwicklung abgeben?

Ein Mittelweg zwischen High-End- und DIY-Logo: Auf entsprechenden Plattformen buhlen günstige Freelancer um Aufträge. Da erhält man ein Logo schon für wenige Hundert Euro. Aber funktioniert das? Wer einmal einem guten Designer bei der Entwicklung eines Logos über die Schulter geschaut hat, der weiß, wie viel Hirnschmalz, Handwerk und auch Zeit da drinsteckt. Nach einem ausführlichen Briefing können da gut und gerne drei Tage ins Land ziehen, bis die ersten Entwürfe stehen. Kann Qualität liefern, wer als Freelancer für drei Tage Arbeit ein paar Hundert Euro berechnet? Will man einem Design-Anfänger das visuelle Aushängeschild seines Unternehmens anvertrauen?

Auf der anderen Seite: Eines der bekanntesten Logos der Welt, der „Swoosh“ von Nike, wurde im Jahr 1971 von der damaligen Grafikstudentin Carolyn Davidson entworfen. Für 35 Dollar.

Wie ist Ihr Logo entstanden?

Sie sehen, es gibt eine Menge Wege zum Firmen-Logo und es gilt eine Menge Für und Wider abzuwägen. Pauschale Tipps helfen wenig weiter. Wie haben Sie es gemacht? Sind Sie gleich mit einem Tausende-Euro-Logo gestartet? Oder haben Sie erst mal selbst Hand angelegt? Wieder freuen uns auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

Beitragsbild: Anatolii Babii

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