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Planen & Gründen Ratgeber

7 Tipps für deine Pressearbeit: So landen Gründer in den Medien

Wir verschicken eine Pressemitteilung und alle Welt berichtet. Damit generieren wir mit geringem Aufwand eine Menge Aufmerksamkeit. So einfach ist es leider nicht. Trotzdem: Pressearbeit verspricht zu vergleichsweise günstigen Preisen und mit vergleichsweise überschaubaren Aufwand große Effekte in Sachen Reichweite und Bekanntheit. Wer zum Talk of the Town werden will, sollte folgende Tipps beherzigen.

Bevor man loslegt, kurz nachdenken

Hunderte Seiten Konzeptpapier zur Pressearbeit, die dann in der Schublade verschwinden, braucht wirklich niemand. Trotzdem sollten Gründer nicht kopflos losrennen und zum Start ihres Unternehmens Pressemitteilungen an Gott und die Welt versenden. Die wichtigsten Fragen sollte man sich als Gründer stellen und beantworten. Zum Beispiel: Was ist unsere Story? Was sind unsere Botschaften? Hat das, was wir zu sagen haben, einen Nachrichtenwert? Welche Medien bedienen unsere Zielgruppe? Können wir bestehende Kontakte nutzen? Wie erreichen wir Journalisten und Redaktionen? Ist es nicht sinnvoller gleich eigene Kanäle, wie einen Blog, aufzubauen? Wie können wir unsere Botschaften bestmöglich verpacken? Welche Erwartungen haben wir an unsere Pressearbeit? Wer übernimmt überhaupt die Pressearbeit? Brauchen wir externe Hilfe? Welche Ziele wollen und können wir in welchem Zeitraum erreichen? Wie messen wir diese Ziele?

Erstell professionelles Pressematerial

Journalisten und Redakteure haben immer viel zu viel zu tun und keine Zeit. Hunderte E-Mails am Tag, ständig klingelt das Telefon, jeder will etwas. Wer mit einem Thema zu einem Medienschaffenden durchgedrungen ist, sollte sich nicht gleich wieder alle kaputt machen. Zum Beispiel in dem man als Gründer Sätze sagt wie: „Klar können wir professionelle Teamfotos erstellen. Der Fotograf kommt in zwei Wochen“ Fail. Sei darauf vorbereitet, Journalisten alle möglichen Hintergrundinfos und Medien mundgerecht zu servieren. Schreib professionelle Pressemitteilungen, liefer Factsheets mit übersichtlichen und relevanten Zahlen, Daten und Fakten. Stell einen Pressespiegel mit der bisherigen Berichterstattung zusammen. Biete passendes Bild- oder auch Videomaterial in gängigen Formaten. Biete weiterführende Links zu ihren Social Media-Profilen oder weiteren Hintergrundinformationen. Präsentier einen Ansprechpartner für die Presse inkl. Foto und vollständiger Kontaktdaten. Stell alle diese Informationen im Pressebereich oder im Social Newsroom deiner Website zur Verfügung.

Erzähl Geschichten

Wir haben bereits über die Macht des Storytellings berichtet. Und natürlich lieben auch Redakteure und Journalisten gute Geschichten. Überleg also, in welchen Geschichten dein Unternehmen, deine Mitarbeiter oder deine Produkte eine gute Rolle spielen könnten. Eine gute Geschichte ist der perfekte Journalisten-Pitch. Doch Vorsicht: Natürlich wollen Journalisten die Geschichte selbst erzählen und ihre Unabhängigkeit wahren. Setz also die nötigen Impulse, aber denke nicht, du könntest einem gestandenen Journalisten eine vorformulierte Geschichte unterschieben.

Werd persönlich

Journalisten und Redakteure sind auch nur Menschen. Und die meisten Menschen arbeiten nun mal mit Menschen zusammen, die sie sympathisch finden, die sich im Umgang bewährt haben, die unkompliziert sind und einen Mehrwert bieten. Massenabfertigung via Standard-Mails will niemand. Investier also Zeit, die Journalisten zu identifizieren, die sich mit deinen Themen beschäftigen und versuch mit denen eine möglichst nachhaltige und menschliche Beziehung aufzubauen. Schreib also persönlich. Zeig, dass du die bisherige Arbeit des Journalisten kennst und bring auf den Punkt, was du beitragen könntest. Im besten Fall entsteht eine Win-Win-Beziehung.

Biete Exklusivität

Geübte Journalisten, Redakteure und auch Blogger erkennen lieblose Massenmailings sofort. Wer denkt, er könne mit einer 0815-Pressinfo einfach so bei der Masse der Medien landen, ist auf dem Holzweg. Denn natürlich müssen sich Medienmarken mit ihren News und Stories von anderen abgrenzen. Ist ihre also einmal raus, wird sie für andere Medien weniger interessant. Setz also auf Klasse, nicht auf Masse. Wenn du eine gute Geschichte zu erzählen hast, wende dich gezielt an dein Wunschmedium, mit dem du deine Zielgruppe am besten erreichst. Willst du deine Geschichte weitere Medien ansprechen, solltest du ihnen einen neuen Dreh (eine andere Textform, einen anderen Aufhänger etc.) verpassen.

Vor-telefonieren statt Nach-telefonieren

Presseinfos durch den Masseverteiler – und dann ran ans Telefon, nachtelefonieren. „Guten Tag, ich hatte Ihnen kürzlich unsere Presseinfo zugesendet und wollte mich erkundigen, wie es mit der Veröffentlichung aussieht“. Diese Vorgehen ist immer noch weit verbreitet und sorgt regelmäßig für Wutausbrüche bei Journalisten und Redakteuren. Denn die verstehen sich als Gatekeeper, die schon selbst Themen auswählen können. Und natürlich achten sie dabei auf Exklusivität (siehe Tipp oben). Besser: Anrufen, sich kurz vorstellen, mündlich ein Thema vorschlagen, bei Interesse kurz durchsprechen – und erst im Anschluss maßgeschneiderte Informationen versenden.

Stell dich auf einen Long Run ein

Wer denkt, mit ein zwei Stunden an der Pressemitteilung feilen, sei es getan, der irrt. Das sollte aus den bisherigen Tipps klar geworden sein. Erfolgreiche Pressearbeit ist der vielbeschworene Marathon, kein Sprint. Fruchtbare Beziehungen zu den Medien aufzubauen, erfordert Zeit und eine Menge Beziehungsarbeit. Externe Berater, Freelancer und Agenturen können dir dabei helfen – doch Pressearbeit ist gerade für einen Gründer immer auch Chefsache. Schafft man es sie in den Arbeitsalltag zu integrieren und einen fruchtbaren Dialog mit den Zielmedien aufzubauen ist der Effekt aber auch genau das: Fruchtbar.

Welche Erfahrung hast du mit der Presse gemacht? Welche Strategien kannst du empfehlen? Wir freuen uns auf deine Kommentare!

Beitragsbild: Rawpixel Ltd