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Selbstständigkeit als Karriereoption: Was dafür spricht und was dagegen

Der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit kann aus ganz unterschiedlichen Gründen bestehen: Unzufriedenheit im bisherigen Job, der Drang nach Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit oder auch der Weg raus aus der Arbeitslosigkeit. Warum auch immer jemand auf eigenen Beinen stehen möchte, er oder sie sollte in jedem Fall die Vor- und Nachteile einer Existenzgründung gut abwägen.

Wir zeigen dir die wichtigsten Aspekte, an die du beim Thema Selbstständigkeit denken solltest. Gehe die einzelnen Punkte am besten konzentriert durch. Am Ende wirst du ein klareres Bild davon haben, ob diese Karriereoption tatsächlich etwas für dich ist – oder eher nicht.

Die große Chance: Nimm deinen Werdegang selbst in die Hand!

Kein Chef mehr, der dich mit Deadlines unter Druck setzt. Keine lästigen Kollegen, die ständig etwas von dir wollen. Dieser Traum kann wahr werden, wenn du dich selbstständig machst. Was hält dich noch auf?

Du profitierst bei einer selbstständigen Karriere von folgenden Dingen:

  • Du kannst mit deiner Geschäftsidee endlich das tun, was dich wirklich interessiert und wovon du selber hundertprozentig überzeugt bist. Du schuftest nicht für irgendwelche abstrakte Geschäftsziele, sondern arbeitest für dich und deinen ganz persönlichen Erfolg.
  • Du bist an keine festen Arbeitszeiten gebunden. Du entscheidest, wann und wie lange du eine Pause einlegst. Du weißt am besten, zu welcher Uhrzeit und an welchem Tag du am produktivsten bist. Das kann schon mal abends oder auch am Wochenende sein.
  • Mit der Selbstständigkeit wirst du jeden Tag etwas Neues hinzulernen und über dich hinauswachsen. Denn anders als in einem Angestelltenjob bist du für alles selber verantwortlich: für die Geschäftsstrategie und die Buchhaltung, für den Vertrieb und das Marketing. Kein Arbeitstag wird dem anderen gleichen. Spannende Abwechslung ist garantiert.
  • Dein Umfeld wird dich mit anderen Augen betrachten. Und vielleicht entdeckst du selber ebenfalls ganz neue Seiten an dir. Wer selbstständig ist, hat nicht nur vor dem Fiskus einen anderen Status, auch in der Gesellschaft haben Gründer und Unternehmer ein anderes Standing: sie sind mutig und trauen sich selber etwas zu, sie übernehmen Verantwortung und überzeugen andere von sich und ihren Leistungen.

Berechtigte Bedenken: Bist du bereit, Risiken zu tragen?

Bei all der beruflichen Freiheit als Selbstständiger kommen gleichzeitig viele Pflichten und unternehmerische Risiken auf dich zu. Überlege dir daher genau, ob du solch eine große Verantwortung übernehmen kannst.

  • Es gibt in der Selbstständigkeit keine Erfolgsgarantie. D.h. dass du vor allem zu Beginn einem großen finanziellen Risiko ausgesetzt bist. Wirst du am Monatsende noch deine Rechnungen begleichen können, wenn die Kunden und Einnahmen ausbleiben? Hast du genügend Reserven angespart oder ist dein Kreditrahmen ohnehin schon ausgereizt? Rechne dir im Vorfeld bereits aus, wie du Durststrecken überwinden kannst – ein fundierter Businessplan inklusive realistischer Finanzierungsmodelle ist das A und O bei einer Existenzgründung. Ziehe gegebenenfalls erst einmal eine nebenberufliche Selbstständigkeit in Betracht.
  • Die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit wird es nicht mehr geben. Kein Nine-to-five-Alltag mehr, der dir eine klare Struktur vorgibt und dir das Abschalten am Abend erleichtert. Sei dir gegenüber ehrlich, ob du dir das vorstellen kannst. Und ob du dein Vorhaben so sehr liebst, dass du dich quasi Tag und Nacht damit auseinandersetzen möchtest.
  • Es wird inhaltliche Bereiche und Aufgaben geben, auf die du keine Lust hast oder bei denen du dich schlichtweg nicht auskennst. Du musst sie trotzdem erledigen, weil z.B. eben auch steuerlicher Papierkram zur Selbstständigkeit gehört.
  • Als Selbstständiger bist du anderen Ängsten und einem anderen sozialem Druck ausgesetzt als ein Firmenangestellter. Fragen, die du dir ohnehin schon selber stellst, werden vermutlich auch öfter mal von außen an dich herangetragen: Läuft das Geschäft gut? Wie überstehst du die Flaute ohne Aufträge? Wie soll es weitergehen, wenn du scheiterst? Beantworte für dich, ob Du mit diesen gedanklichen Belastungen umgehen kannst.

Mal ehrlich: Bist du ein Machertyp?

Es heißt nicht umsonst, dass ein Selbstständiger „selbst“ und „ständig“ arbeiten würde. Denn da ist viel Wahres dran. Wer sich dazu entscheidet, sein eigener Chef zu sein, verabschiedet sich von einer 40-Stunden-Arbeitswoche und packt bei allen Angelegenheiten selber tatkräftig an. Schau mal, ob du das Zeug zum „Macher“ hast. Idealerweise kannst du die folgenden Charaktereigenschaften aus vollem Herzen bejahen:

  • Ich bin gut darin, mich jeden Tag aufs Neue selber zu motivieren.
  • Ich bin ein disziplinierter Mensch und arbeite meine To-Do-Listen gewissenhaft ab.
  • Ich weiß, wie ich mir Ziele richtig setze und welchen Weg ich gehen muss, um diese zu erreichen.
  • Ich schrecke vor Herausforderungen nicht zurück. Ich denke nicht in Problemen sondern in Lösungswegen.
  • Ich kann gut mit Geld umgehen und weiß, dass ich nur das ausgeben kann, was ich auch habe.
  • Ich bin wissbegierig und erweitere gern meinen eigenen Horizont.
  • Ich bin kommunikativ und scheue auch keine Gespräche mit der Bank oder schwierigen Kunden.
  • Ich bin praktisch veranlagt und bin kein Theoretiker. „Ärmel hochkrempeln und machen!“, lautet die Devise.
  • Ich bin bereit, auch mal Berufliches über Privates zu stellen. Nachtschichten einlegen oder Verabredungen absagen – das macht mir nichts aus.
  • Ich möchte alles daran setzen, um mir meinen Traum von der Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Tipps zum Schluss

Es gibt sicherlich noch einige Fragen mehr (wie z.B. diese hier) zur Selbstständigkeit. Um Antworten zu finden, lohnt sich der Weg zu einer Gründungsberatung. Auch kann es helfen, sich bei Gründerevents vor Ort zu vernetzen, sich online über Facebook-Gruppen zum Thema auszutauschen oder auf Internetseiten für Selbstständige gründlich zu recherchieren.

Beitragsbild: Zbynek Pospisil